Der Schlüssel zur Inklusion

26. April 2016 | 3 Min. Lesezeit

Richard ist ein Magic: The Gathering Spieler, der für seine modischen T-Shirts und seinen Sinn für Humor bekannt ist. Er geht regelmäßig zum Friday Night Magic und ist seit langer Zeit schon ein Mitglied seiner Magic-Community. Richard ist außerdem auch sehbehindert.

Er hat nie an Prereleases teilgenommen, da sein System, die Kartenhüllen mit Blindenschrift zu versehen, sehr zeitaufwendig ist.

Doch als Imogen Tilley zur Turnier-Organisatorin bei Juicafe in England wurde, setzte sie es sich zum Ziel, Richard die Teilnahme an Events in Ihrem Store zu ermöglichen.

„Der Schlüssel zur Inklusion ist Flexibilität … Ein guter Turnier-Organisator sucht immer erstmal nach einem Weg, einem Spieler die Teilnahme zu ermöglichen, bevor er ihn wegschickt … Imogen Tilley

Imogen musste flexibel sein, ohne dabei die Magic-Turnierregeln zu verletzen, also setzte sie sich mit ihrem Regional Coordinator zusammen und entwickelte mit ihm einen Plan.

Sie gestattete Richard zwei zusätzliche Stunden vor dem Start des Events, um seine Kartenhüllen mit seiner Brailleschreibmaschine zu beschriften.

Damit Richard dadurch kein unfairer Vorteil entstand, begrenzte sie die Zeit, die ihm zur Verfügung stand, um seinen Sealed Pool zu öffnen und daraus ein Deck zu bauen, auf eine Stunde. Das ist dieselbe Zeitspanne, die auch den anderen Spielern zur Verfügung steht.

Sie setzte sich zu Richard und las ihm jede Karte aus seinem Sealed Pool vor, während er seine Booster öffnete. Er entschied, welche Karten er in seinem Deck haben wollte. Danach überließ Sie das Spielen Richard und den anderen Teilnehmern.

Nach seinem ersten Prerelease war Richard richtig aus dem Häuschen.

„Jetzt brechen gute Zeiten für einen blinden Magic-Spieler an!“ –Richard

Imogen teilte diese Geschichte online und sie schlug ein wie eine Bombe. Sie wurde zur Schlagzeile überall in der Magic-Community.

Inklusion für Ihre Events

Es ist zwar nicht üblich, aber Anpassungen wie diese liegen durchaus in Imogens Handlungsspielraum als Turnier-Organisatorin. Die offiziellen Magic-Turnierregeln gewähren den Turnier-Organisatoren (oder Judges) einen gewissen Interpretationsspielraum zur Anpassung einiger Regeln.

„Sie sollten jedoch im Voraus darüber informieren, wenn Sie Änderungen oder Anpassungen vornehmen oder vornehmen wollen …“ – Imogen

Seit der Einführung dieses speziellen Prozesses hat Richard an jedem Prerelease teilgenommen. Zu Anfang spielte er nur an Samstagen, denn nur dann war Imogen da, um ihm zu assistieren. Nun spielt er auf den Prerelease-Events am Samstag und Sonntag, dank der Hilfe seiner Mitspieler.

Spieler mit Behinderungen im WER integrieren

Wenn ein Spieler sich nicht ohne Probleme für die Paarungen im Raum umher bewegen kann, dann hilft Ihnen der WER dabei, ihm Tisch 1 zuzuweisen.

Und das geht so:

1. Paaren Sie alle wie üblich automatisch.

2. Klicken Sie dann auf „Matches bearbeiten“.

3. Lösen Sie die Paarung für Tisch 1 wieder auf.

4. Lösen sie auch die Paarung zwischen dem Spieler, der an Tisch 1 sitzen soll, und dessen Gegner wieder auf.

5. Paaren Sie diese Spieler. Dadurch sollten Sie zusammen an Tisch 1 sitzen.

6. Paaren Sie dann die zwei verbliebenen Spieler.

Weitere Ideen zur Inklusion von Spielern mit Behinderungen finden Sie in diesem Artikel von David Lyford-Smith.

Imogens Bemühungen, Richard die Teilnahme am Prerelease zu ermöglichen, haben ihm dabei geholfen, an etwas teilzuhaben, das ihm lange verwehrt geblieben war. Aber die Vorteile ihres Handelns reichen noch viel weiter.

Es zeigte den Spielern in ihrem Store, in ihrer Community und sogar auf der ganzen Welt, dass Magic ein „Spiel für alle“ ist.

Von Jordan Comar

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